Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Do 27.08.2020 23:32 - SG H/N/U: Ernüchterung bei der Heimspielpremiere!
Das Vorbereitungsspiel am 25.08.2020 gegen Nentershausen/Weißenhasel/Solz war eine sehr große Enttäuschung! Nicht, dass unsere 1. Mannschaft dieses mit 4:5 verloren hat, sollte doch hier die Umsetzung des Hygienekonzepts vom Hessischen Fußballverband erprobt werden.

Der Hessische Fußballverband hat wieder das Fußballspielen unter bestimmten Voraussetzungen von 250 Personen (Spieler, Zuschauer etc.) erlaubt. Hierzu wurde ein Hygienekonzept für den Trainings- und Spielbetrieb im Amateurfußball entworfen.

Meiner Meinung nach ist dies auch möglich, jedoch nur, wenn alle Beteiligten, gerade die Zuschauer, ihren Verstand einsetzen!

Tagelange Vorbereitungen, bauen von Hygieneständern, Hinweisschildern, Folien etc. und der Aufbau am Sportplatz waren notwendig. Des Weiteren wurden auch große finanzielle Opfer vom Turn- und Sportverein erbracht.

Der TSV 1869 Herleshausen e.V. hat nun am Dienstagabend einen Probelauf mit einem Freundschaftsspiel gestartet. Hier musste ich ganz schnell feststellen, dass trotz enormen Anstrengungen es nicht zu 100 Prozent möglich ist, dieses Hygienekonzept einzuhalten, geschweige denn umzusetzen.

Ich fragte mich: "Wo", "Wie" oder "Wer" ist dazu in der Lage?

Frustrierend war, dass zwar einige Zuschauer, Spieler und Verantwortliche Einsicht gezeigt haben, jedoch wurde aber auch eine große Unvernunft unter den vielen Teilnehmern beobachtet. Die Eintragung in die geforderte Teilnehmerliste (Zuschauer, Helfer, Spieler) klappte noch ganz gut, obwohl schon hier einige Diskussionen notwendig waren. Warum ich gefühlt "tausend Schilder" angefertigt habe, fragte ich mich schon nach 15 Minuten. Neunzig Prozent der Zuschauer hielten sich nicht daran oder ignorierten sie ganz.

Viele Helfer sind notwendig, denn es werden bei einem Doppelspieltag mindestens zwölf davon gebraucht, um die Organisation zu gewährleisten.

Die Verantwortlichen innerhalb des TSV 1869 Herleshausen e.V. werden sich noch einmal überlegen müssen, ob unter diesen Bedingungen ein Spiel in Herleshausen stattfinden kann, beziehungsweise stattfinden sollte.

Viele Passagen des Pandemiegesetzes, den Hygienebestimmungen der öffentlichen Hand bzw. der Fachverbände sind teilweise unverständlich und könnten hinterfragt werden. Es gibt aber nun einmal diese Gesetze und diese Bestimmungen.

Ist es denn so schwer, dass der Einzelne zumindest versucht, diese einigermaßen zu befolgen und einzuhalten?

Immer wieder habe ich von Spielern, Verantwortlichen und den Zuschauern gehört, endlich geht es wieder los. Doch sollten sich die Leute überall so an die Hygienebestimmungen halten, wird es schon in naher Zukunft, zumindest im Sport (Fußball), zu einem weiteren "Lockdown" kommen.

Ebenso ist Folgendes festzustellen:
Sollte sich herausstellen, dass sich mehrere Personen auf einem Sportplatz infiziert haben und das die Hygienebestimmungen nicht konsequent umgesetzt wurden, so wird laut Gesundheitsamt, der Veranstalter, also der Verein wo das Spiel stattfindet, rechtlich zur Verantwortung gezogen.

Nach § 8 Nr. 3 CKBVO stellt die Nichtsicherstellung der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln entgegen § 2 Abs. 2 Sätze 1 bis 3 i.V.m. § 1 Abs. 2b Satz 1 CKBVO eine Ordnungswidrigkeit dar. Ebenfalls ordnungswidrig handelt nach § 8 Nr. 7 CKBVO, wer einen Sportbetrieb mit Zuschauern entgegen der Vorgaben des § 2 Abs. 2 Satz 2 1. Alt. CKBVO veranstaltet. Die Sicherstellungspflicht trifft den Veranstalter, der durch Ordnereinsatz, ggf. Lautsprecherhinweise, etc. auf die Einhaltung hinzuwirken hat.

Die vorgenannten Ordnungswidrigkeiten können nach § 73 Abs. 2 IfSG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 € geahndet werden.

Auch bei Verfehlungen "Dritter" wird der Veranstalter in die Verantwortung genommen. In erster Konsequenz werde also ich, der 1. Vorsitzende, zur Rechenschaft gezogen.

Welche Möglichkeiten habe ich als Hausherr (am Sportplatz) Verfehlungen zu ahnden?

Das Gewaltmonopol liegt beim Staat (Vollzugsbehörden). Ich, der ehrenamtliche Helfer, mache mich lächerlich oder werde beschimpft. Zur Krönung schaffe ich mir weitere Feinde an und werde, wenn etwas schief läuft, am Ende noch bestraft.

Seit 55 Jahren bin ich im Fußball als Spieler, Trainer, Jugendbetreuer oder Funktionsträger aktiv. Jahrzehnte war ich immer für den Verein, für den Fußball zur Stelle. Ich bin Fußballer durch und durch, doch unter diesen Voraussetzungen habe ich salopp gesagt:

"Keinen Bock."

Gerhard Biehl
1.Vorsitzender
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