Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Sa 03.03.2018 23:24 - Volleyball: Rückblick auf die Heimspiele der Ersten
Woran lag es? Diese Frage kursierte nach der 2:3-Niederlage der SG Eisenach-Herleshausen beim Heimauftritt bei Akteuren und Fans in der Sporthalle Ziegeleistraße. Die Erklärung lässt sich nicht in einem Satz liefern, denn zu viele Faktoren spielten für den möglichen Meisterschafts-Killer eine Rolle. Die SG jedenfalls nahm ein Wellenbad der Gefühle, dass es sich gerne erspart hätte.

Hatte die SG das Duell gegen den Tabellenvorletzten schon im Kopf gewonnen? Möglicherweise, denn nichts anderes als ein klarer Sieg war das erklärte Ziel. Der Favorit, der Hauptangreifer Johannes Assmann lange Zeit schonte, tat sich bereits im ersten Satz (27:25) schwer. Der Mittelangriff über Mario Schlöffel, sonst eine "Waffe" der SG, blieb Stückwerk, weil Zuspieler Andi Neitzel einfach kein Timing ins Kurzpassspiel brachte. Zudem vergaben die Gastgeber eine Vielzahl von Aufschlägen. Die SG verbuchte lediglich eine Führung im Satz, diese aber auf der Zielgeraden. Das reichte zum etwas glücklichen Satzgewinn.

Im zweiten Durchgang ließ sich die SG von deutlich schwächelnden Geraern nicht zweimal bitten und band den Sack mit 25:20 zur 2:0-Führung konsequent zu. Das Team schien geradewegs auf den Dreier zuzufahren, erst recht, als die von etwa 100 Fans begleiteten Hausherren mit einer klaren Fünf-Punkte-Führung auf die vermeintliche Siegerstraße einbogen. Beim 23:18 fehlten der SG ganze zwei Punkte und die "Pflichtaufgabe" wäre erfüllt gewesen. Doch die Sinfonie blieb unvollendet auch weil Tobias Schucht im Abschluss scheiterte.
Die Mannschaft riss auch durch unnötige personelle Wechsel im Zuspiel das ein, was sie sich erarbeitet hatte. Das Dilemma nahm seinen Lauf. Mit 28:30 ging der dritte Satz tatsächlich noch verloren.

So sehr sich die SG in einem ausgeglichenen Spiel danach auch mühte, und sie hatte viele lichte Momente, so sehr stemmte sich der Morgenluft witternde Geraer VC gegen die Gastgeber, allen voran durch eine Feldabwehr, an der sich Eisenach-Herleshausen buchstäblich aufrieb. Volleyballerisch verdiente diese Thüringenliga-Partie dennoch keine Bestnoten. Gera führte im vierten Satz klar, vergab beim 24:19 aber den ersten Satzball. Als dann SG-Außen Markus Dach zum Service ging und sein Team nervenstark bis auf 24:23 heranbrachte, schien sich das Blatt noch zu wenden, doch Gera nutzte den vierten Satzball in letzter Minute.

Der Tie-Break war ein Spiegelbild der ersten Sätze. Wieder erarbeitete sich die SG einen Vorteil, hatte bei 8:6-Führung zum Seitenwechsel das Heft in der Hand und ließ es sich wie zuvor wieder entreißen. Gera verdiente sich spätestens jetzt den Sieg (15:13). Die SG tröstete nach dem 2:3 auch der eine Zähler nicht.

Die Aufgabe gegen den Tabellenvierten VSV Jena II schien nach dieser Ernüchterung eine schier unlösbare zu sein. Nicht nur Markus Dach hatte ein "ungutes Gefühl". Wie die SG die Niederlage mental jedoch abschüttelte und sich im Spielverlauf auf ihre Stärken besann, das war die größte Leistung der Gastgeber beim vorletzten Heimauftritt. Beim 3:1-Erfolg (22:25 25:20 25:16 26:24) löste die SG spätestens nach dem verlorenen ersten Satz die Handbremse und warf alles in die Waagschale, was sie an diesem Tag zu bieten hatte. Die Mannschaft funktionierte trotz oder wegen der zahlreichen Wechsel und auch Hauptangreifer Johannes Assmann kam auf Betriebstemperatur. In der Feldabwehr gab die Mannschaft keinen Ball mehr verloren (Richard Horlbeck mit Sonderlob) und im Angriff ließ die SG Dampf ab. Jena bekam den Frust quasi aufs Brot geschmiert und wurde zweimal abgewatscht. Erst im vierten Satz wurde die Partie wieder ausgeglichen, fuhr die Regionalliga-Reserve noch einmal die Krallen aus. Die Gastgeber aber ließen sich im Kopf-an-Kopf-Rennen kein zweites Mal von der Siegerstraße abbringen und holten in einem Herzschlagfinale Satz und Sieg - mit viel Herz und einer bärenstarken Blockabwehr, für die der Tabellendritte in der Thüringenliga mittlerweile bekannt ist.

Dass auch die Mittitelaspiranten Tröbnitz und Ilmenau beim Parallelspiel in Weimar Federn ließen (beide 1:3), versöhnte die SG Eisenach-Herleshausen und ließ den Jubel doch noch groß werden. Im Rennen um die Thüringenmeisterschaft ist so für alle im Trio noch alles drin und für viel Spannung gesorgt. Mit einem 3:0/3:1-Sieg in Römhild (17. März) kann die SG nach Punkten mit Spitzenreiter Tröbnitz gleich ziehen.

SG: Böhme, Jakuscheit (L), Horlbeck, Schucht, Neitzel, Assmann, Schlöffel, Renkwitz, Dach

von der facebook-Seite der Volleyballer

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