Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Sa 30.09.2017 09:38 - Fußball: E-Jugend - ungleiche Duelle prägen die Vorrunde
Offene Worte an die Funktionäre im Fußballkreis

Warum haben wir uns vor der Saison gefreut, endlich mal wieder zwei Mannschaften in einer Jugend melden zu können? Gerade in Zeiten, in denen man ab der C-Jugend kaum noch eine spielfähige Mannschaft im H/N/U-Bereich stellen kann - Spieler und Trainer werden immer weniger -, freute man sich über den großen Kader der E-Jugend. Mit Stephan Boschen, Michael Schneider, Gerhard Biehl und Achim Wilutzky kümmern sich auch vier Trainer um die Truppe, so dass Spiel- und Trainingsbetrieb gesichert sind.

Gerne möchte man diese Spielergruppe "bei der Stange halten" und möglichst viele der 22 Kinder dauerhaft für den Fußballsport gewinnen. Das Ziel ist, mit diesem Jahrgang auch in den höheren Jugend-Bereichen noch ausreichend Spieler für eine eigene, 11er Mannschaft aufstellen zu können. Das gab es schon lange nicht mehr, könnte hier aber klappen. Das ist unser Anspruch.

Um alle Trainierenden auch im Spielbetrieb zu beschäftigen, ist es daher gut, wenn man zwei Mannschaften melden kann. Wenn Kinder nicht regelmäßig spielen können, verlieren sie bald die Lust. So bildeten wir zu Saisonbeginn eine schlagkräftige E-1 und eine E-2 mit einer Mischung aus fortgeschrittenen und weniger geübten Fußballern. Da auch alle Kinder zum Einsatz kommen sollen, weiß man, dass es bei der zweiten Mannschaft nur in zweiter Linie um den Erfolg gehen kann. Niederlagen sind natürlich einkalkuliert und überhaupt nicht schlimm. Vielleicht gibt es ja auch mal einen Gegner mit dem man mithalten und zu einem Erfolgserlebnis kommen kann.

Welchen Sinn es aber haben soll, dass eine solche zweite Mannschaft mehrmals gegen erste Mannschaften spielen muss - noch dazu gegen richtig starke Truppen, die sich einen Spaß mit Toren im Zwei-Minuten-Takt machen -, erschließt sich uns überhaupt nicht. Wir Trainer der JSG H/N/U, aber vor allem auch die Eltern der betroffenen Kinder, halten von dieser Art der Vorrunde überhaupt nichts. Dieses System ist wenig hilfreich, Kindern den Spaß am Fußball zu vermitteln und sie dauerhaft für diesen Sport zu gewinnen. Wenn man innerhalb von fünf Tagen in zwei Spielen (4 x 25 Minuten) 45 Gegentore fängt, dürfte dieser auch dem größten Spaßvogel vergehen! Was soll das? Was sollen Eltern und Trainer den Spielern noch sagen? Gut gekämpft, alles gegeben? Klar machen sie das. Aber wenn "gut" und "alles" dann nur für 45 Gegentore ausreicht, hilft kaum noch ein Trost … - immerhin haben sie erfolgreich den Anstoß geübt, nämlich 45 Mal in zwei Spielen!

Und nächsten Samstag müssen wir nach Eschwege zur Ersten von 07 - noch Fragen?

Dieses Spielsystem schreit quasi nach Reform. Gerhard Biehl könnte sich vorstellen, vor der Saison eine Art Sichtungs- oder Qualifikationsturnier austragen zu lassen, nach dem man dann eine 1. und eine 2. Kreisklasse einteilen könnte. Dort würde man schnell die Unterschiede sehen, und Mannschaften wie wir würden die Zweite auch ohne Quali-Turnier gleich für die 2. Klasse anmelden, damit realistischere Spiele zustande kommen und der Trainer nicht so oft zum Tröster werden muss.

Mein Vorschlag wäre deshalb, die Mannschaften selber melden zu lassen. Dann gäbe es wahrscheinlich eine große 1. Kreisklasse und eine kleine 2. Kreisklasse. Die kleine 2. Kreisklasse trägt Hin- und Rückspiele aus, die Mannschaften können sich auf Augenhöhe entwickeln. Die große 1. Kreisklasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt, aus deren Erstplatzierten am Ende der Kreismeister ermittelt wird. Das alles wäre reeller, als diese astronomischen Tordifferenzen, die zurzeit die Schiri-Zettel füllen …

Darüber sollten unsere Funktionäre mal nachdenken, wenn sie die nächste Saison planen. Wir als JSG H/N/U hätten dann nämlich noch mal über 20 Kinder und würden gerne wieder eine zweite Mannschaft melden, die aber mit Sicherheit unterklassig spielen soll, um einfach zu kicken, gerne auch mal hoch zu verlieren, aber nicht in diesen Dimensionen gegen solch übermächtige Gegner.

Achim Wilutzky » mehr . . .

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