Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Mi 24.05.2017 13:45 - Ausdauersport: Rennsteiglauf mit Herleshäuser Beteiligung
Auch in diesem Jahr, am 20. Mai 2017, lockte der Rennsteiglauf, der mittlerweile sein 45. Jubiläum feiern darf, zum "Rauf und Runter" auf Deutschlands ältesten Weitwanderweg. Eine Delegation von fünf Herleshäusern, zumeist unter der grün-weißen-Flagge des großen TSV, hatten an diesem Tag nur eins im Blick: Ankommen im schönsten Ziel der Welt, in Schmiedefeld.

Halbmarathon:
Die Halbmarathonstrecke, mit ca. 21 km und 350 hm, zählt zu der beliebtesten vom ganzen Rennsteiglauf. Entsprechend groß ist die Teilnehmerzahl mit über 7.000 Startern jährlich, die in Blöcken aufgeteilt ab 7:30 Uhr von Oberhof ihren Weg in Richtung Schmiedefeld suchen. Als Debütanten, zu denen sich in diesem Jahr die Herleshäuser Stefanie Hartlep und Lars Gisselmann zählen durften, erfolgt der Start relativ weit hinten. Die Weg- und Platzverhältnisse auf dem Kammweg sind für die genannte Starterzahl stellenweise grenzwertig, weswegen sich der Weg an die Spitze hart erkämpft werden muss. Der ein oder andere Stadtparkläufer, ohne Bergerfahrung, muss hierbei überholt werden. Die erreichten Zielzeiten mit 2:15 h (Stefanie) und 2:02 h (Lars) sind daher aller Ehre wert.

Als etwas erfahreneres Häschen darf sich Katharina Materne zählen, die zum zweiten Mal beim Halbmarathon startete. War die Teilnahme 2016 noch ein eher verhalten angenommenes Weihnachtsgeschenk des Liebsten, leckte Sie dennoch Blut und pulverisierte Ihre Vorjahreszeit um 6 Minuten. Ihre Zielzeit: ganz hervorragende 2:06 h.

Als Urgestein des Rennsteig-Halbmarathon mit einer Gesamtanzahl von Sage und Schreibe 15 Starts durfte auch Ronny Schlägel in diesem Jahr nicht fehlen. Er kennt jede Unebenheit, jedes noch so kleine Splitsteinchen auf der Strecke; weiß um die "Tücke(n) der Schmücke", und hat immer für jedes Wehwehchen ein Sälbchen dabei. Es darf also nicht verwundern, dass er sein "Second Home" in Schmiedefeld nach 1:55 h als Schnellster erreicht hat. Getreu dem Motto "Stillstand ist Rückschritt" wird er nächstes Jahr für einen Paukenschlag sorgen und den Fluch des Halbmarathon hinter sich lassen. Mit Christoph Müller, alias Spion, wird er beim Marathon in Neuhaus am Rennweg an den Start gehen. Spion kennt die 43,5km, die er bereits schon 2-mal finishen durfte (bzw. die Strecke ihn), Ronny wird sie kennen und lieben lernen. Ab jetzt ist Rundlauf angesagt beim Tischtennistraining!

Supermarathon:
Auch für mich, Florian Deist, sollte der Weg nach Schmiedefeld ursprünglich von Oberhof starten, entsprechend erfolgte auch die Anmeldung. Im Laufe des Frühjahrs 2017 wuchs aber der Wunsch endlich die Kurzstrecke hinter sich zu lassen und die "lange Kante" nach Schmiedefeld zu nehmen. Der Kielforst und der Habichtswald sollten die ausgesuchten Eisenschmieden werden, die mich für den Supermarathon fit machen sollten.

Der Startpunkt am 20. Mai ist direkt um die Ecke in Eisenach am Marktplatz; um Punkt 6:00 Uhr ging es mit ca. 2.500 Startern über 73,5 km in Richtung Schmiedefeld. Hierbei sollte die Streckenlänge, die ziemlich genau der Strecke zwischen meinem Heimatort Herleshausen und der Wahlheimat Kassel entspricht, das eine Hindernis darstellen. Das andere waren die ca. 2.000 Höhenmeter, die mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Über das Burschenschaftsdenkmal und die Hohe Sonne geht es im gleichmäßigen und zügigen Trab in Richtung Großer Inselsberg, der nach 25,5km erreicht wird. Das erste Drittel der Strecke ist in den Beinen spürbar, Kraft und Ausdauer aber noch ausreichend vorhanden. Auf geht’s zum zweiten Drittel mit dem Ziel in Oberhof, dessen Erreichen schon deutlich härter erkämpft werden musste. Eine längere Strecke bin ich vorher nie gelaufen, ab jetzt beginnt der Spaß also erst richtig.

Nach Oberhof bleibt dann nur noch ein Halbmarathon zu absolvieren: Schon etliche Male gemacht, sollte also kein Problem werden. Die letzten 10km hatten es dann aber in Sich. Die Beine schwer, im Kopf völlig "watze", läuft man einfach nur noch; Schritt für Schritt wie einst Forrest Gump. Ein erstes Hochgefühl dann bei der Wegmarkierung "70 km", Wahnsinn! Spätestens ab jetzt sind die Schmerzen vergessen, der Geist fokussiert auf den Zieleinlauf. Nach 8:31 h ist es dann endlich vollbracht: "Ich bin wirklich einmal nach Kassel gelaufen, nie wieder Bahn fahren!".

Auf den Weg zur Dusche bin ich Mike Vogel begegnet, ein Laufteufel vor dem Herrn! Er nimmt aktuell an den deutschen Meisterschaften teil, zu denen u.a. die "100-Meilen von Berlin" gehören (160 km!). Für Ihn war der Supermarathon nur ein Trainingslauf, die Zielzeit also nur mittelmäßige 7:14 h. Ich bedanke mich für das Gespräch und gehe ehrfürchtig duschen … - nächstes Jahr dann unter 8:00 h, sage ich mir, so Gott will!

-Florian Deist- » mehr . . .
Geschaftt - Florian im Ziel in Schmiedefeld.

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