Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Mi 22.09.2010 19:34 - Fußball: Erklärung der Mannschaft zum Trainerrücktritt
Als Burkhard Gonnermann nach mehrjährigem Engagement im Jahr 2009 als Trainer der SG H/N sein Amt niederlegte, tat er dies in einer persönlichen Ansprache an die Mannschaft und begründete seine Entscheidung in nachvollziehbarer Art und Weise. Er benachrichtigte umgehend alle Funktionäre und hielt über das weitere Vorgehen bis zum Saisonende Rücksprache.

Zu Beginn der Saison 2009/2010 wurde Thomas Hesse als Nachfolger verpflichtet, ein bis dato der Mannschaft unbekannter Ex-Trainer der Reserve des TSV Wichmannshausen. Er offenbarte sich schnell als Trainer, der stets den Mannschaftsgeist und den Zusammenhalt in die erste Reihe stellte. Er ließ sich -wie Gerhard Biehl immer sagte- "nie etwas zu Schulden kommen", im Gegenteil: Er investierte einen Großteil seiner Freizeit, um Training und Spielbetrieb bestmöglich zu gestalten. So war der Trainingsablauf stets vielseitig und Gegner wurden eingehend auf Stärken und Schwächen untersucht. Auch im gesellschaftlichen Bereich war er sehr bemüht, die Stimmung rund um die SG hochzuhalten.

Die erste Saison unter Trainer Hesse schloss H/N auf dem vierten Tabellenplatz der Kreisoberliga Werra-Meißner ab. Dies war für einige Außenstehende aufgrund der Leistungen der Vorsaison zu wenig, doch in Anbetracht der Tatsache, dass Spieler wie René Gonnermann oder Marcel Bohnwagner abgewandert waren, eine respektable Leistung. Thomas Hesse ließ sich von den hohen Erwartungen nicht blenden und stärkte der Mannschaft zu jeder Zeit den Rücken. Ziel war es, spätestens im Jahr 2012 den Aufstieg in die Gruppenliga zu schaffen.

Zu Saisonbeginn 2010 startete die SG mit einer Niederlage beim Aufstiegsaspiranten SV Reichensachsen, was für sich genommen kein Beinbruch war. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen kam es dann schon am 2. Spieltag zu einem Bruch der zuvor optimistischen Stimmung im Umfeld der Mannschaft. Die SG gewann glücklich gegen Wichmannshausen II. Anstatt aber den Sieg zu feiern und die spielerischen Mängel aufzubereiten, wurde die Mannschaft vor allem vom Trainer hart kritisiert und im anschließenden Spiel gegen Lossetal ohne Ansprache vor dem Spiel dem Schicksal überlassen. Dass die Mannschaft trotzdem nach großem Kampf erst in der letzen Minute geschlagen wurde, war ein deutliches Zeichen für den Einsatzwillen jedes einzelnen Spielers.

Nach weiteren Niederlagen wurde im Anschluss an das Spiel gegen Wanfried auf der Homepage des TSV Herleshausen und auf dem Sportplatz auch Kritik an Thomas Hesse laut. Ungeachtet dessen stellte sich nun die Mannschaft hinter ihren Trainer und entschuldigte sich offiziell bei den Anhängern für die schlechten Leistungen.

Am 9. Spieltag gegen Großalmerode lieferte man trotz einer Niederlage eine ansehnliche Partie ab. Im Vorfeld des Spiels erklärte der Trainer: "Ich habe ein Angebot vom TSV Wichmannshausen. Ich habe weder zu- noch abgesagt." Nähere Ausführungen gab es nicht.

Am 10. Spieltag reiste H/N zum Auswärtsspiel nach Eschwege. Das Spiel endete sehr unglücklich mit 1:1, wobei man anhand der klaren Torchancen auch 10:1 hätte gewinnen können.

Nun zu den Abläufen im Anschluss an das Spiel:

Thomas Hesse verabschiedete sich, wie auch in den letzten Spielen, ohne abschließende Ansprache an die Mannschaft oder eine Verabschiedung nach dem Spiel sehr zügig.
Gegen 17 Uhr erreichte eine SMS von Thomas Hesse einen Spieler. Die Nachricht beinhaltete die Information, dass der Trainer von seinem Amt zurücktreten werde. Die SMS wurde um 18 Uhr gelesen, als alle Spieler bereits zuhause waren.
Um 21:58 Uhr folgte dann ein Gästebucheintrag auf der TSV-Homepage in Form einer offiziellen Bekanntgabe der Amtsniederlegung mit folgendem Text:

"Letzter Eintrag !!
Aufgrund der Tatsache das ich die Mannschaft nicht mehr erreiche und meinen Kritikern zur Freude werde ich mit sofortiger Wirkung mein Amt als Trainer der SG niederlegen.
Es hat nichts damit zu tun, daß ich irgendwo anders eine neue Aufgabe übernehmen soll, sondern einfach die Tatsache, dass ich die Mannschaft mit meiner Art Fußball spielen zu wollen verunsichere und sie nicht fit ist. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Und da ich für den einen oder anderen eh nicht zur SG gepasst habe, ist das die beste Entscheidung für beide Seiten.
Ich wünsche der Mannschaft alles Gute und meinem Nachfolger viel Glück mit einer Mannschaft die absolut in Ordnung ist.
Viel Erfolg beim Rest der Saison und für die nächsten Aufgaben. Viel Glück Jungs und lasst euch nicht unterkriegen! Es hat mir trotz alledem sehr viel Spaß mit euch gemacht!
Gruß Thomas !!"


Erst am Montag um 5:55 Uhr bekam Spartenleiter Friedhelm Rimbach ebenfalls eine SMS mit der Nachricht der Amtsniederlegung.

Bis zu diesem Punkt lässt sich sicher über die Art und Weise des Rücktritts streiten.

Die Informationen, die in der Folge ans Licht kamen, sind allerdings schlicht unglaublich:
Schon am Sonntagvormittag vor dem Spiel gegen Eschwege räumte Thomas Hesse sein gesamtes persönliches Trainingsgerät aus der Kabine in Wommen. Auf die Frage von Sebastian Braun, weshalb er dies tue, antwortete der Trainer, dass er es beruflich benötige -welchen Beruf auch immer er damit meinte…
Die Schlüssel für die Sportanlagen in Herleshausen und Wommen wurden bei Christian Genau in den Briefkasten eingeworfen, natürlich gefolgt von einer SMS…
Während am Dienstag bei der SG die erste Trainingseinheit ohne den Trainer in Wommen absolviert wurde, stand ein neuer Übungsleiter in Wichmannshausen auf dem Rasen. Und wer könnte dies gewesen sein? - Richtig, Thomas Hesse...
Es bleibt also festzuhalten, dass Thomas Hesse bis zum heutigen Tag nicht mit einem Funktionär der SG oder gar einem Spieler gesprochen hat, weder persönlich noch telefonisch. Auch auf Anrufe wurde seinerseits nicht reagiert.

Ebenso wenig nachvollziehbar ist das Verhalten der Vereinsführung des TSV Wichmannshausen. Jahrelange Fehlentwicklungen im eigenen Verein, die am Ende der Saison wahrscheinlich den Abstieg in die Kreisoberliga bedeuten werden, sollen durch einen Trainerwechsel korrigiert werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Strategie auszahlen wird. Das offene Abwerben von Trainern während der laufenden Saison zeugt nicht nur von Skrupellosigkeit sondern auch von charakterlicher Schwäche der Beteiligten.
Während Friedhelm Rimbach neuerlich auf der Suche nach einem geeigneten Trainer ist, wird die Mannschaft vorerst selbstorganisiert trainieren. Angesichts der Tatsache, dass sowohl nach oben als auch nach unten in der Tabelle nicht mehr viel möglich zu sein scheint, wird die Mannschaft versuchen, die Saison mit Anstand abzuschließen. Die Zuschauer können sich auch weiterhin darauf verlassen, dass die Spieler in jedem Spiel vollen Einsatz zeigen werden.

-Die 1. Mannschaft der Spielgemeinschaft Herleshausen/Nesselröden- » mehr . . .

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