Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Fr 04.09.2009 12:17 - Fußball: Rückblick auf die Feier zu Ehren des Heimkehrerwanderpokal
Treffen am 2.8.2009 in der TSV-Turnhalle in Herleshausen aus Anlass der 50. Wiederkehr des 1. Heimkehrer-Wanderpokal-Turniers

Der TSV 1869 Herleshausen e.V. feiert am 19.September 2009 sein 140-jähriges Vereinsbestehen und hatte alle ehemaligen aktiven Fußballer und Vereinsvorstände, die in den Jahren 1959, 1969 und 1979 an den Heimkehrer-Wanderpokal -Turnieren teilgenommen haben, mit ihren Frauen bzw. Lebensgefährtinnen zu einem Wiedersehen aus Anlass des 1. Heimkehrer-Wanderpokal-Turniers vor genau 50 Jahren eingeladen.

Viele Sportkameraden aus Nah und Fern waren gerne nach Herleshausen gekommen, um sich an die alten Zeiten und hier insbesondere der vielen sportlichen Begegnungen um den Heimkehrer-Wanderpokal zu erinnern.

Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Burgkirche zu Herleshausen, der vom neuen Pfarrer Martin von Frommannshausen sehr musikalisch gestaltet wurde und unter dem Thema des Lichts und den kirchlichen Jahreszeiten stand.

Anschließend versammelten sich einige Sportkameraden auf dem Friedhof am Grabe vom ehe-maligen Vereinsvorsitzenden, Georg Hahn, um an sein Wirken und sportliches Schaffen zu gedenken. Ehrenvorsitzender Harald Biehl erinnerte auch an die dunklen Seiten der Kriegsgefangen-schaft von Georg Hahn und hob insbesondere die Begründung und Fortführung des Heimkehrer-Wanderpokal-Tuniers hervor, für das sich Hahn Schorsch sehr stark engagiert hatte

Mittlerweile trafen in der vereinseigenen Turnhalle "Zum Eckweg 2" die Gäste ein und wurden nach einem Willkommenstrunk vom 1.Vorsitzenden des TSV 1869 Herleshausen e.V., Stephan Adam, recht herzlich begrüßt.
Er freute sich über den zahlreichen Besuch und insbesondere über das Erscheinen von:
Ehrenamtsbeauftragter Reiner Eichholz und Referent für Freizeit- und Breitensport Horst van der Weth vom Kreisfußballausschuss Werra-Meißner in Vertretung vom verhinderten Kreisfußballwart Horst Schott, 1.Vors.Hubert Deiß und AH-Betreuer Georg Löffler vom TuS Eintracht 1913 Wichmannshausen e.V, dem ehemaligen Aktiven Wolfgang Fischer (heute Bürgermeister von Neu Eichenberg) und dem ehemaligen 2.Vorsitzender Werner Hartdegen vom FC 1928 Hebenshausen, 1.Vors.Volker Bernhardt vom TSV 1913 Netra e.V., 1.Vors.Hartmut Reinemann vom TSV 1906 Brandenfels Nesselröden e.V., Vorstandsmitglied Hilmar Schneider vom SSV 1960 Rambach e.V., Helmut Bickert von der SG Wehretal und Dr.Peter Marsch, dessen Vater Dr. Erich Marsch jahrelang Vorsitzender des Ortsverbandes der Heimkehrer hier im Südringgau war.
Stephan Adam stellte kurz den TSV 1869 Herleshausen e.V. vor, der in diesem Jahr, wie eingangs bereits erwähnt, seinen 140.Geburtstag feiern kann und lud bereits schon heute zum Festkommers mit Tanz am 19.09.2009 ab 19:00 Uhr in die vereinseigene Turnhalle recht herzlich ein.

Zur allgemeinen Stärkung stand nun ein reichhaltiges und schmackhaftes Spießbratenessen bereit, dem sich, wie immer bei solchen Anlässen der Altfußballer, ein obligatorisches Gruppenbild aller Teilnehmer vor der TSV-Halle anschloss. Andreas Schulz hatte nach einigen Minuten des Hin- und Herdirigierens, die immerhin rd. 90 Personen umfassenden Gästeschar so platziert, dass später alle recht gut auf dem Erinnerungsfoto zu erkennen sind.

Nach dieser wohltuenden "Sitzunterbrechung" erläuterte dann Ehrenvorsitzender Harald Biehl mit Unterstützung vom 1.Vors. Stephan Adam, an Hand von Bildern den Anfang und Werdegang des von Georg Hahn begründeten Heimkehrer-Wanderpokal-Turniers.

Das vor dem II. Weltkrieg beim Autobahnbau in Herleshausen von den ausführenden Firmen zur Unterbringung der vielen auswärtigen Arbeitskräfte errichtete und dann 1940 von der Wehrmacht zu einem Kriegsgefangenenlager umfunktionierte Unterkunftslager an der Straße nach Frauenborn
nahm Biehl als Ausgangspunkt seiner Ausführungen, denn hier kamen die Herleshäuser das erste Mal mit dem Begriff der Kriegsgefangenschaft so unmittelbar in Berührung.
Die Anlegung eines sich zwangslos aus dem Sterben der vielen schwerstkranken Gefangenen ergebenden russische Soldatenfriedhof oberhalb des bereits seit jahrzehnten vorhandenen jüdischen Friedhofs war ein weiteres schmerzhaftes Erleben der Auswirkungen des II. Weltkrieges, denn mittlerweile trafen immer mehr traurige Briefe auch in Herleshausen ein, die vom gefallenen oder vermissten Vater, Sohn oder Bruder kündeten.
Dem damaligen Bürgermeister Karl Fehr war es zu verdanken, dass aufgrund der von ihm gegen alle Widerstände exakt eingehaltenen Vorschriften über die Eintragung von Sterbefällen in das Melderegister von Herleshausen alle Namen der bestatteten Kriegsgefangenen bekannt geblieben sind.

Die Anlegung des neuen Ehrenmales und die Herrichtung des russischen Soldatenfriedhofes nach dem Ende des II. Weltkrieges in Herleshausen soll uns und den nachfolgenden Generationen an die Schrecken des Krieges und den vielen Toten erinnern und uns allen eine Mahnung sein.

Die Heimkehr der letzten deutschen Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft in den Jahren 1955 und Anfang 1956 hier bei uns am Bahnhof in Herleshausen, der Weitertransport mit Bussen in das Entlassungslager in Friedland und die begeisternden Empfänge der Heimkehrer in all den Orten entlang dieser Reiseroute und das eigene Erlebnis von 4 Jahren russischer Kriegsgefangen-schaft ließ in Georg Hahn den Gedanken reifen, dies mit seinem geliebten Fußballsport in Verbin-dung zu bringen, um die Erinnerung an die Kriegsgefangenschaft und Heimkehr wach zu halten.

1959 stand das 90-jährige Bestehen des TSV 1869 Herleshausen an und Georg Hahn war inzwi-schen zum 1.Vorsitzenden gewählt worden und auch Mitglied im Ortsverband der Heimkehrer.
Sein Vorschlag, zum 90-jährigen ein Fußballturnier auszurichten und hierzu alle Vereine, die an der "Straße der offenen Herzen" von Herleshausen nach Friedland liegen, einzuladen, fand im TSV Herleshausen sofortige Zustimmung. Georg Hahn konnte den Landesverband der Heimkehrer von Hessen für seine Idee gewinnen und auch die Zusage einen entsprechenden Pokal zu stiften, abringen.

So konnte dann genau vor 50 Jahren am 2. August das 1. Turnier um den Heimkehrer-Wanderpokal durchgeführt werden. Es beteiligten sich 8 Mannschaften aus den Vereinen Friedland, Bad Sooden Allendorf, Oberhone, Eschwege, Bischhausen, Netra, Wommen/Neselröden und Herleshausen.
Nach spannenden Gruppenspielen und einem Entscheidungsspiel standen mit Wichmannshausen und Herleshausen die Endspielgegner fest.
Die klassenhöheren Wichmannshäuser besiegten dann die sich tapfer wehrenden Herleshäuser am Ende mit 5:0 und konnten damit zum ersten Male den Heimkehrer-Wanderpokal, der eine Bronze-nachbildung der vom Professor Teilmann geschaffenen Statue vor der Lagerkirche in Friedland ist, für ein Jahr mit nach Hause nehmen.

Die Werra Rundschau hatte Ende Juli 1959 mehrseitig über das bevorstehende 90-jährige Vereinsbestehen und das geplante 1.Turnier um den Heimkehrer-Wanderpokal berichtet und selbst ein Preisausschreiben unter dem Motto "Machen Sie mit" gestartet. Hier mussten 2 Fragen beantwortet werden und zwar: 1.Frage: Wer gewinnt den Heimkehrer-Wanderpokal und die 2.Frage: Wie lautet das Ergebnis des Endspiels.

Als glücklicher Gewinner konnte Werner Schellenberg aus Herleshausen ermittelt werden, der den 1.Preis, eine neuntägige Reise nach Waging am See, in Empfang nehmen konnte.

Eine wechselvolle Pokalgeschichte schloss sich nun dem 1.Turnier mit Höhen und auch Tiefen an. Die vielen Einzelheiten hatte der Ehrenvorsitzende in einer Ausstellung zusammengetragen, die in dieser Form zum ersten Male in der TSV Turnhalle präsentiert und auch sehr gut von allen Gästen angenommen und entsprechend gewürdigt wurde.
Den vom Verband der Heimkehrer Hessen gestiftete Pokal konnte die TSG Bad Sooden Allendorf beim 12.Turnier im Jahre 1973, ausgerichtet in Unterrieden und Witzenhausen, zum fünften Male gewinnen und somit nach den Pokalrichtlinien vom 07.07.1959 auch behalten.
Der Verband der Heimkehrer Hessen stiftete draufhin einen neuen zweiten Pokal, der dann beim 19.Turnier 1980 in Bischhausen von der SG Wehretal zum 3.Male in ununterbrochener Reihenfolge erkämpft wurde und somit in den Besitz der SG übergehen konnte.
Die 1980 im Endspiel unterlegene Mannschaft vom TSV Netra, die es in all den vielen Jahre insge-samt fünfmal bis ins Endspiel geschafft hatte, aber nie Sieger geworden war, konnte den vom SC Blau-Weiß Friedland anlässlich seines 25-jährigen Bestehens beim 10.Turnier 1971 gestifteten Wanderpokal in Form eines Silbertellers mit nach Hause nehmen.

So endete 1980 nach 21 Jahren ein Turnier um einen Pokal mit einem Namen, den es wahrscheinlich in den Gebieten vom hessischen und niedersächsischen Fußballverbandes nicht ein zweites Mal gegeben hat.

Für alle Altfußballer, die von Anfang an mit dabei waren, ist auch eine sehr schöne Zeit von sportlichen und auch menschlichen Begegnungen zu Ende gegangen, die bleibende Erinnerungen auch heute noch wach hält.

Eine ganz besondere Sportfreundschaft hat sich zwischen den Mannschaften, die 1959 das 1.End-spiel bestritten haben, ergeben, denn heute feierten die Wichmannshäuser und Herleshäuser mit allen Sportlern, die diesmal auch von anderen ehemaligen teilnehmenden Vereinen erschienen waren, bereits das 4.Wiedersehen seit 1959.

Der Ehrenvorsitzende Harald Biehl teilte am Ende seiner Ausführungen noch mit, dass er seine bisherigen Aufzeichnungen über den Heimkehrer-Wanderpokal noch vervollständigen und dann eines Tages auch allen Interessierten zur Verfügung stellen möchte. Es wird aber sicherlich noch ein Weilchen vergehen und alle ehemals teilnehmenden Vereine werden dann zur gegebenen Zeit entsprechend von der Fertigstellung informiert.

Ein reichhaltiges Kuchenbüfett, von den Damen der Gymnastikgruppe und Frauen der Altfußballer organisiert, schloss sich den Ausführungen von Harald Biehl an.

Zuvor überbrachten der Ehrenamtsbeauftragte Reiner Eichholz, der 1.Vors.Hartmut Reinemann vom TSV 1906 Brandenfels Nesselröden e.V., der ehemalige Aktive Wolfgang Fischer vom FC 1928 Hebenshausen, der 1.Vors.Hubert Deiß vom TuS Eintracht 1913 Wichmannshausen, Helmut Bickert von der SG Wehretal und Vorstandsmitglied Hilmar Schneider vom SSV 1960 Rambach e.V Grüße und Glückwünsche zum Wiedersehenstreffen der Altfußballer, sowie kleine Erinne-rungsgeschenke mit und stellten erfreut fest, dass auch in der heutigen Zeit die Sportfreundschaft unter einigen Vereinen noch nach Jahrzehnten der Bekanntschaft gepflegt wird und damit auch ein
Beispiel für die heutige Generation der Aktiven gegeben wird.
Das "Kapitel Heimkehrer-Wanderpokal-Turnier" sollte, wie es 1980 endete, so abgeschlossen blei-ben stellte der 1.Vors. Hubert Deiß aus Wichmannshausen fest und ein Wiederaufleben in einer heutigen, ganz anders gearteten Zeit, möglichst nicht erfolgen.
Dies soll natürlich ein erneutes Wiedersehen nicht ausschließen, denn 2013, so hörte man, feiert der TSV Eintracht 1913 Wichmannshausen e.V. sein 100-jähriges Vereinsjubiläum und man möge sich doch bitte das Jahr und ein Wochenende im Sommer schon mal vormerken.

Inzwischen hatte auch der 1.Vorsitzende Stephan Adam sein "Geschenk" soweit fertig ausgedruckt, dass nunmehr jedem ehemaligen heute anwesenden Aktiven eine Erinnerungsurkunde überreicht werden konnte.

Auf der Vorderseite dieser Urkunde sind der 1. und 2. Heimkehrer-Wanderpokal sowie das Grup-penfoto vom heutige Tage abgebildet und auf der Rückseite eine Lageplanskizze der Rollbahn der Heimkehrer "Die Straße der offenen Herzen" von Herleshausen nach Friedland und sämtliche Spieltage, Austragungsorte, Endspielergebnisse und Sieger der Heimkehrer-Wanderpokal-Turniere von 1959 bis 1980.

Der TSV 1869 Herleshausen e.V. hofft, dass dieser Tag allen die dabei waren, gut gefallen hat und ihnen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Die Reihen der Gäste lichtete sich langsam, aber wie immer bei solchen Anlässen, ließ es sich der "Harte Kern" der Altfußballer in Herleshausen nicht nehmen, auch noch das letzte aktuelle Thema vom Fußballsport mal so und mal so zu beleuchten, um dabei noch den einen und anderen Scheideschoppen zu trinken. Dabei wurde die fortgeschrittene Uhrzeit natürlich ganz vergessen.

Dem Chronisten blieb es dann vorbehalten so gegen 23:00 Uhr mit dem Lied "Ein schöner Tag", unter Begleitung mit seinem Akkordeon, die Feier und den langen Tag ausklingen zu lassen, ohne zuvor den vielen Helferinnen und Helfern und unserem 1.Vorsitzenden Stephan Adam für die tatkräftige Unterstützung ein recht herzliches Dankeschön auszusprechen.

Am Montag schlossen sich die Abbau- und Aufräumungsarbeiten mit einem Resteessen und -trinken an. In fröhlicher Runde klang ein schönes Wochenende aus.

Harald Biehl, Ehrenvorsitzender. » mehr . . .

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