Aktuelles TSV 1869 Herleshausen e.V.

Fr 25.02.2005 21:08 - Leichtathletik/Ausdauersport - Jahresrückblick 2004
Mir einem insgesamt recht durchwachsenen Sportjahr trägt sich die Abteilung Leichtathletik / Ausdauersport in die Annalen ´04 ein. Alles in allem sehr gut besuchten wöchentlichen Lauftreff-Terminen standen aber auch die mageren Sommermonate gegenüber. In diesen Wochen wurde die Aktivität nur noch von wenigen Läuferinnen und Läufern aufrecht gehalten - hauptsächlich von Wommschen!

Die Lauftreffs 2004 wurden in der Regel dienstags und samstags angesetzt. Als Treffpunkte dienten überwiegend Bahnhof und Russenfriedhof. Folgende zahlenmäßige Lauftreff-Bilanz 2004 ist der Lohn aller dokumentarischen Bemühungen: Insgesamt haben 93 Lauftreffs stattgefunden, die von 42 verschiedenen Läuferinnen und Läufern bestritten wurden, davon 7 jugendliche, 13 weibliche und 22 männliche Personen. In der Häufigkeit der Teilnahmen hat sich der Drittplatzierte aus dem Vorjahr in 2004 noch wackerer geschlagen: Joachim Nölker aus Wommen liegt mit 76 Teilnahmen an der Spitze. Gratulation! Knapp dahinter verteidigt der Vorjahrszweite und souveräne Gewinner des Oldie-Cups, Hubert Schönrock, den Vize-Lauftreffmeistertitel. Nur 11 x weniger, nämlich 65 Teilnahmen dürfen registriert werden. Auf Platz 3 wetzte zum ersten Mal Jens Hartlep mit 55 Einsätzen. Es folgen Vorjahrssiegerin Liesbeth van N. mit 40 x - sie fand bekanntlich andere Strecken und vor allem Streckenlängen und Geschwindigkeiten, um sich auszutoben -, Heike Hartlep (36x), Rüdiger Hauss (32x), Stefanie Hartlep (30x), Marcha van Nieuwenhoven (29x) und Uschi Nölker (27x). Glückwunsch zu diesen vorbildlichen Leistungen.
Insgesamt schafften es die 42 Aktiven auf zusammen 601 Teilnahmen. Auf 93 Läufe gerechnet, kommen wir auf eine Pro-Lauf-Beteiligung von 6,46 Personen. So können wir festhalten, dass nach 5,1 in ´02 und 6,16 in ´03 nochmals eine kleine Steigerung von 0,3 Läufer/innen pro Lauf zu verzeichnen ist. Das ist doch eine ordentliche Bilanz.
Zum Ablauf der Lauftreffs sei noch zu sagen, dass gerade in den letzten Monaten das Zusammenlaufen der ganzen Gruppe deutlich besser geworden ist. Der stets angestrebte Gemeinschaftsgedanke steht tatsächlich im Vordergrund, meistens wird ein allgemeines, für alle geeignetes Tempo gefunden.
Als Sonderlauf fand wieder ein Osterlauf statt. Zum dritten Mal ging es am Ostermontagmorgen von der Hohen Sonne nach Hörschel bzw. Herleshausen - 10 Teilnehmer. Drei Aktive trainierten zwischen Spichra und Mihla für den Marathon.
Am Pfingstmontag liefen wir den Rennsteig von Ruhla bis zum Rangenhof und zurück zum Clausberg, wo sich ein Beisammensein anschloss, das allerdings durch die miese Witterung etwas anders als geplant ablief, trotzdem ganz o.k.
Gleich zwei Kirmesläufe mit anschl. Umtrunk gab es 2004: obligatorisch schon der Lauf am Kirmessamstag in Herleshausen mit Ziel im Biergarten der Gutschänke und ganz neu in Wommen der Berglauf zur Kirmes, nämlich in die Lokalität "Zum Lerchberg", ein Lerchberglauf sozusagen! Diese drei Lauftage waren neben der Abteilungsversammlung Ende Januar auch die geselligen Höhepunkte des Jahres - ein geplanter gemütlicher Abend Ende November, der in Hörschel stattfinden sollte, fiel aus.

Von Null aufs Treppchen

Liesbeth van Nieuwenhoven aus Altefeld läuft auf vordere Plätze

Im Sport ist vieles möglich. Sport lebt von Überraschungen und dem Unvorhersehbaren. Vor etwa drei Jahren schnürte Liesbeth van Nieuwenhoven (44) zum ersten Mal ihre Laufschuhe, um sich in der etwas rascheren Bewegungsform zu versuchen. Der neu gegründete Lauftreff des TSV 1869 Herleshausen kam ihr dabei gerade recht. Die ersten Runden durch die winterliche Werraflur hatten im Jahre 2002 noch das reine Durchhalten zum Ziel: Fünf Kilometer am Stück, ohne aus der Puste zu kommen oder in den Gehschritt zurückzufallen, das war doch schon mal was. So steigerten sich die Strecken kontinuierlich und aus den ersten Laufversuchen wuchs eine neue Leidenschaft. 1.800 Trainingskilometer notierte sie bereits ins Lauftagebuch 2003, dazu kamen erste Wettkampfteilnahmen. Und vielleicht war es gerade dieses Gefühl, eben schon beim allerersten Wettkampf, dem Sommergewinnsberglauf 2003 in Eisenach, die Luft auf dem Treppchen geschnuppert zu haben, das sie zu weiteren Großtaten anspornte.

Mit einer erneuten Steigerung der jährlichen Kilometerleistung - klingt wie beim guten alten Käfer: und er läuft und läuft … - auf rund 4.300 km erreichte die drahtige Altefelderin 2004 ihre bisherige Bestmarke. Gleichzeitig begann sie, ihr Training nun systematisch auf Leistungssteigerung auszurichten. In Vladislaw Golfman, einem Sportwissenschaftler aus Eisenach, der ihren Sohn Rens bei der LG Ohra-Hörselgas/Eisenach trainiert, fand sie ideale Unterstützung. Nach seinen Trainingsplänen bereitete sie sich auf ihre beiden Saisonhöhepunkte vor.

Einfach passabel durchlaufen, lautete die Devise für den Premieren-Marathon im April in Leipzig. Mit einer Endzeit von 3:31 Std. schlug die gebürtige Holländerin und dreifache Mutter, die seit 15 Jahren in Herleshausen lebt, dabei aber bereits ein beachtliches Tempo an. Nach dem Sieg beim Fulda Halbmarathon (1:29 Std.), in der Frauen-Gesamtwertung wohlgemerkt, trat sie Ende Oktober in Frankfurt noch mal auf der klassischen Langstrecke an. Als sie in der altehrwürdigen Festhalle den Zielstrich überquerte, stoppte der Zeiger bei 3:10,50 Std. - nach nicht mal drei Jahren Laufsport gewiss eine Fabelzeit, die Platz 25 insgesamt (von 1.292 Starterinnen) und den 2. Platz der Altersklasse W40 beim Frankfurt Marathon bedeutete. "Ich hab mir vorgenommen, lauf halt so wie im Training, nur ein bisschen weiter und ein bisschen schneller", diese Marschroute setzte Liesbeth van Nieuwenhoven eindrucksvoll in die Tat um.

Bebra-Breitenbach (3.Platz), Pollmeierlauf in Creuzburg (1. Platz), Rennsteig-Halbmarathon (26.), Hainichlauf in Mihla (1.), Treffurter Stadtlauf (2.), Wartburglauf (2.), Lollslauf in Bad Hersfeld (2.), Rotenburger Herzlauf (2.) und Zevenheuvelenloop in Nijmegen (NL) waren weitere Stationen eines erfolgreichen Sportjahres. Der Ort Altefeld steht also inzwischen nicht mehr nur für schnelle Pferde …

Obwohl Tempo und Länge der wöchentlichen Lauftreffrunden nicht immer in den Trainingsplan passen, bleibt sie dem TSV 1869 auch weiterhin verbunden. Ihre noch junge sportliche Karriere zeigt, dass der Schritt in den ambitionierten Vereinssport auch noch im nicht mehr ganz so jugendlichen Alter gelingen kann. Die Lauftreff-Initiatoren vom TSV Herleshausen wünschen sich, dass dieses Beispiel vielleicht manchem Ansporn zu eigener sportlicher Betätigung ist - muss ja nicht gleich bis aufs Treppchen sein.

Acht Marathons in acht Monaten

Alle Achtung: Burkhard Lachmanns 04er Laufbilanz

Den Ort verließ er schon vor vielen Jahren, dem Heimatverein ist er bis heute treu geblieben. Dass der Name TSV Herleshausen regelmäßig in den Starterlisten namhafter Marathons auftaucht, ist zu allererst sein Verdienst. Im Jahre 2004 trug sich Burkhard Lachmann insgesamt achtmal in die Finisher-Listen eines mindestens 42,195 km langen Laufes ein. Dabei waren es aber vor allem die Ultramarathons - mehr als 50 km - die den 42-jährigen Ausdauerathleten aus Reichensachsen zu wahren Höchstleistungen antrieben.

Der Auftakt im April in Hamburg verhieß wenig Gutes: Nach Krämpfen bei Kilometer 38 wurde das Ankommen (3:55 Std.) schon zum Erfolg. Trotz eines nur mäßigen Trainingspensums, reichte die Kondition aber, um Mitte Mai zum zweiten Mal den Rennsteig-Supermarathon (72 km) durchzustehen. In 8:53 Std. bewältigte Lachmann diesen anspruchsvollen Klassiker mit seinen 1.490 Höhenmetern. Noch 28 km weiter war das Ziel im Juni entfernt. Die 100 km von Biel (CH), ein Nachtlauf, der zuweilen Lampenlicht und gute Orientierung verlangte, bescherten ihm ganz neue Erfahrungen. Mit 11:45 Std. brauchte er nicht einmal einen halben Tag für den Hunderter! Dagegen klingen die sich anschließenden Stadt-Marathons in Unna (3:42 Std.) und Münster (3:37 Std.) beinahe nach Sommerfrische. Eine neue persönliche Bestzeit markierte der joggende Jurist dann beim Zieleinlauf im Münchner Olympiastadion: 3:24 Std. - da gab es nichts zu klagen. Mit einer Klasse-Zeit von 4:51 Std. beim anspruchsvollen 50-km-Lauf auf der Schwäbischen Alb (1.100 Höhenmeter) erreichte er im Oktober sein Ziel und platzierte sich im Europacup der Ultramarathons (Platz 99), was vor ihm im Werra-Meißner-Kreis wohl nur Andreas Fehling vom SC Meißner gelang. Zum Saisonausklang wurde der Advent-Waldmarathon in Bad Arolsen (3:25 Std.) zu einer echten Schlammschlacht im Dauerregen. Bedenkt man, dass Burkhard Lachmann sein bisher erfolgreichstes Läuferjahr mit einem vergleichsweise geringen und eher gefühlsmäßig als sportwissenschaftlich geleiteten Trainingsaufwand bestritt, ist diese Leistung noch viel höher einzuordnen. Gerade auf den langen Distanzen entscheidet sich das Rennen eben oft im Kopf. Und einen eisernen Willen kann man ihm gewiss bescheinigen.


In der Heldenstadt zu eigenen Heldentaten

Diesen Zieleinlauf werden sie nie vergessen. Die Leipzig-Arena empfing die über 5000 Teilnehmer mit einer echten Gänsehaut-Atmosphäre. 12 von ihnen kamen aus Herleshausen und tummeln sich im Alltag auf weniger belebten Pfaden. Der Leipzig-Marathon stand als einer der Saison-Höhepunkte im Terminplan der kleinen Lauftreff-Gruppe, die als Abteilung für Leichtathletik und Ausdauersport dem TSV 1869 Herleshausen angeschlossen ist. Ihre sportlichen Ambitionen verwirklichten die Hobbysportler auf unterschiedlichen Strecken: Heike Hartlep und die beiden "Lauf-Kücken" Stefanie Hartlep und Marcha van Nieuwenhoven bewältigten bei ihrer Wettkampfpremiere die 10-km-Distanz mit Bravour und einer Zeit knapp unter einer Stunde.
Sieben TSV-Athleten sahen den Halbmarathon quer durch die Leipziger Innenstadt als Herausforderung. Am Ende standen schöne persönliche Erfolge in der Finisher-Liste: Peter van Nieuwenhoven (1:45 Std.), Ronny Schlägel (1:53), Maik Vogel (1:53), Jens Hartlep (2:08), Andreas Grimm (2:12), Joachim Nölker (2:12) und Matthias Burgheim (2:35), wobei für manchen die Laufzeit sicherlich zweitranging ist - das gemeinschaftliche Lauferlebnis macht den eigentlichen Reiz.
"So kaputt war ich in meinem ganzen Leben noch nicht, ich hab meine Beine nicht mehr gespürt." Die körperlichen Mängel glich das seelische Hochgefühl aber schnell aus, denn Roland Müller hatte sein Ziel erreicht. Trotz Handicaps bei der Vorbereitung beendete der TSV-Läufer seinen allerersten Marathon in der Klasse-Zeit von 3:41 Std. 30 km lang begleitete ihn Liesbeth van Nieuwenhoven, und die beiden legten ein ordentliches Tempo vor: 2:20 Std. als Durchgangszeit. Die "fliegende Holländerin" aus Altefeld, die sich perfekt auf die 42 km vorbereitet hatte, bewies Stehvermögen und überquerte die Ziellinie nach 3:31 Std. - eine Wahnsinnszeit.

Ferner liefen - aber keineswegs unter ferner liefen ...

Zu einem sehr erfolgreichen Sportjahr wurde 2004 auch für Joachim Nölker aus Wommen. Mit rund 1.500 Trainingskilometern ist das Laufen auch für ihn mittlerweile zu einem fast täglichen Bedürfnis geworden. Zusätzlich zu den Lauftreff-Terminen bricht er zu vielen Trainingsläufen mit Start und Ziel in Wommen auf. Der laufende Jochen gehört mittlerweile so fest zum Ortsbild wie seit je her schon der schwimmende Haschen - nur dass der nicht in Wommen schwimmt …

Ronny Schlägel fand mit nur 18 Lauftreff-Teilnahmen zwar nur wenig Zeit für die gemeinsamen Läufe, insgesamt intensivierte er aber sein Training und erzielte eine wahnsinnige Verbesserung im Tempo seiner Läufe. Beim Lolls-Halbmarathon im Oktober steigerte er sich gegenüber 2003 um sage und schreibe 20 Min. auf 1:41 Std. - Klasse!

Als Lauftreff-Neueinsteiger kamen Nicole Berger mit 18 Teilnahmen und Ekkehard Burgheim, der natürlich auch immer nur zeitlich begrenzt hier in der Heimat weilt, schon zu etlichen Läufen. Insgesamt wurde die Werbung um Neueinsteiger in 2004 aber zu sehr vernachlässigt. Im Gegenteil, manche Anfänger verloren den Anschluss, was schade ist, sich aber ab kommenden Samstag ändern könnte.

Als Pechvogel des Jahres bedauern wir unseren Sportkameraden Roland Müller. Seinen Start beim Frankfurt-Marathon verhinderte eine heftige Erkältung, die sich erst in der Nacht vor dem Wettkampf so richtig durchsetzte. Um so ärgerlicher, da sich Roland ausgiebig auf diesen Lauf vorbereitete und erfolgreich eine sehr gute Form aufbaute. Sein Erfolgserlebnis hatte er aber bereits im April 2004, als er seinen Premieren-Marathon in Leipzig in sagenhaften 3:41 Std. erledigte - tolle Leistung.

Weitere Starts unserer Athleten, die noch nicht erwähnt wurden:
Sommergewinnsberglauf im März in Eisenach - Joachim Nölker und Jens Hartlep
Rennsteig-Halbmarathon im Mai - Liesbeth u. Peter van N. u. Ronny Schlägel
Pummpälz-Halbmarathon im Juni von der Hohen Sonne nach Bad Salzungen - Joachim Nölker
1. Rotenburger Sommer-Herzlauf im Juli - Roland Müller, Alexandra Gogler, Ronny Schlägel, Matthias Burgheim, Barbara Salek und Familie Lachmann.
Saur Lollslauf in Bad Hersfeld im Oktober - Roland Müller, Ronny Schlägel, Liesbeth u. Peter van N., Uschi u. Joachim Nölker, Heike u. Jens Hartlep und Rüdiger Hauss
2. Rotenburger Winter-Herzlauf im Dezember - Liesbeth van N. und ihr Trainer Stanislaw Golfmann, Ronny Schlägel, Burkhard Lachmann, Matthias Burgheim und Barbara Salek.

Ein großes Missgeschick brachte das Jahr 2004 auch unserem ältesten Lauftreff-Teilnehmer Gerhard Beck, der nach bereits 7 Teilnahmen durch einen Skiunfall im Frühjahr in seiner Aktivität gebremst wurde.

Aufbau, Ausschank und Programmgestaltung des Diaabends anlässlich des 135-jährigen Vereinsjubiläums Ende Oktober 2004 wurden von der Leichtathletik-Abteilung bestritten.

Einige Fotos folgen in Kürze noch ... » mehr . . .

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